Endoskopie

 Mit Hilfe der Endoskopie kann das Innere eines Organismus einer Betrachtung zugänglich gemacht, untersucht oder behandelt werden. Bei minimal invasiven Operationen leistet sie auf vielen Gebieten der Medizin wertvolle Dienste innerhalb der Diagnostik und Therapie. So können Proben entnommen, Spülungen durchgeführt, Medikamente in das Körperinnere eingebracht oder Zubildungen und Tumore entfernt werden.

Endoskope sind starre oder flexible, röhrenförmige, optische Geräte, die über ein Lichtleitkabel an einer Lichtquelle angeschlossen werden. Sie bestehen aus einem Glasfaserbündel für die Lichtleitung und einem optischen Glasfaserbündel mit dem dazugehörigen Linsensystem. Das Licht wird am Endoskopkopf ins Gerät eingespeist und gelangt über das Lichtleitbündel innerhalb des Endoskops zur Endoskopspitze, wo es austritt und das zu untersuchende Objekt beleuchtet.

Die aktive Steuerung des Gerätes erfolgt über vier eingearbeitete Baudenzüge. Somit ist eine Orientierung in der Körperhöhle in alle Richtungen möglich.

Zum Zubehör gehören Saug- und Spüleinrichtung, Kunststoffkatheter mit Einmalspritzen, Probenentnahmezangen sowie spezielle chirurgische Instrumente (HF-Technik). Der Kunststoffkatheter bzw. die benötigten Instrumente werden durch den Arbeitskanal des Endoskops in die zu untersuchende Körperhöhle geschoben und ermöglichen so z.B. die Gewinnung von Probenmaterial (Absaugen von Sekret aus den Atemwegen zur bakteriologischen und/oder zytologischen Untersuchung oder Entnahme von Gewebeproben).

Filmaufnahmegeräte und eine Fotoausrüstung dienen zur Dokumentation von physiologischen sowie pathologischen Befunden.

 Der Aufbau des Endoskops vor der beabsichtigten Untersuchung verlangt eine vorsichtige und sorgfältige Handhabung. Insbesondere die empfindlichen, flexiblen Geräte mit ihrer Gummiummantelung sind vor mechanischen Einflüssen wie Beugen, Abknicken oder Anschlagen zu schützen. Beschädigungen können zum Eindringen von Wasser und Brüchen im optischen Faserbündel führen.

Die Reinigung, Desinfektion und Aufbewahrung der kostenintensiven Instrumente verlangt besondere Sorgfalt. Nach dem Gebrauch muss das Endoskop sofort einer Reinigung mit lauwarmen Wasser unterzogen werden, um ein Antrocknen von Blut, Eiter und Eiweißresten zu vermeiden. Anschließend erfolgt eine fachgerechte Desinfektion mit speziell dafür zugelassenen Dekontaminationfluid.

In der Pferdepraxis sind endoskopische Untersuchungsverfahren der oberen und unteren Atemwege für die Diagnostik von Atemwegs- und Lungenkrankheiten weit verbreitet (Laryngoskopie, Bronchoskopie). Spezielle, mind. 3 m lange, flexible Endoskope dienen der Besichtigung von Schlund und Magen beim Pferd (Oesophaguskopie, Gastroskopie) und ermöglichen so z.B. eine Einschätzung des Schweregrades von Magengeschwüren beim Patienten. Weiterhin können mit Hilfe flexibler Endoskope Hysteroskopien (Gebärmutterspiegelung, z.B. zur Beseitigung von Zysten) oder Cystoskopien (Blasenspiegelung, z.B. bei Verdacht auf Blasensteine) durchgeführt werden.

Starre Endoskope kommen vorrangig bei der Laparoskopie (Bauchhöhlenspiegelung, z.B. Entfernung von in der Bauchhöhle befindlicher Hoden) und der Arthroskopie (Gelenksspiegelung, z.B. Entfernung von Gelenks-Chips) routinemäßig zum Einsatz.

Eine Sinuskopie (Kieferhöhlenspiegelung, z.B. zur Beurteilung einer Zahnwurzel) kann beim Pferd sowohl mit einem starren als auch mit einem flexiblen Endoskop erfolgen.

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